Antonia Kuskowski

Hamburg // Streitwagen

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Was ist das zentrale Thema deiner Kollektion „Streitwagen“?
Ich hab mich mit dem Problem beschäftigt, dass wir mittlerweile in einer Gesellschaft der Angst leben und ein großes Bedürfnis nach Sicherheit haben. Uns fehlen Heldenfiguren, die uns dabei helfen unsere innere Stärke zu finden und aus dem Kreis der Angst auszubrechen. Abgesehen von der Sportindustrie gibt es keine Figuren, die eine solche Begeisterung hervorrufen und so eine Kraft ausstrahlen.

Wie konntest du dieses Gefühl in deiner Kollektion umsetzen?
Ich habe mich mit dem Thema der Heldensagen beschäftigt. Bildlich gesprochen, hat mich aber weniger die griechische Antike inspiriert, als moderne Adaptionen. Allerdings war natürlich die starke Aura, die ja bereits in der Antike vertreten ist, eine Inspiration, die ich aus allen Bereichen des Heldentums gezogen habe.

Wie bist du dazu gekommen eine Sportswear-Kollektion zu machen?
Die Dynamik und der sportliche Charakter sind entstanden, um das Bedürfnis auszudrücken, endlich etwas tun zu können. Vielen fehlt die Kraft überhaupt nach vorne zu schauen, den Mut aufzubringen etwas zu verändern. Wenn man aber Kleidung anhat, die das bereits impliziert, fällt es leichter.

Du lässt deine Kollektion von professionellen Ballett-Tänzern zeigen. Woher kommt diese Verbindung?
Um den Aspekt des Kampfes im Heldentum umzusetzen, schienen mir die weichen Bewegungen am treffendsten. Gleichzeitig hat meine Kollektion ja auch einen starken Sportswear-Anteil, der so auch stärker zur Geltung kommt. Das Heldentum ist ja sehr energiegeladen und lichtvolles. Die Bewegungen verdeutlichen diesen heroischen Aspekt noch einmal stärker.

Wie konntest du das Heldentum stilistisch umsetzen?
In meinen Prints habe ich versucht die Seele und Aura eines Helden bildnerisch umzusetzen. Auch der sportliche Charakter bringt das noch einmal deutlich hervor. Zusätzlich habe ich versucht einen Rüstungs-ähnlichen Aspekt mit einzuarbeiten. Man kann das in den Flugzeugschnallen oder auch in der Jacke, die ich aus Sneaker gearbeitet habe und die Muskeln nachempfunden ist, sehr gut sehen. Das Symbol des Sneakers taucht in meiner Kollektion immer wieder auf: Sei es in der Jacke, oder in Prints, bei denen ich Sneaker im Stil der Tattoos von Maori verwendet habe. Für mich drückt das Sportsymbol den Mut aus, endlich einen Schritt nach vorne zu machen.

BGS-Studenten_Antonia_Kuskowski