Antonin Tron Designer­portrait

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»Ich arbeite gerne mit Einschränkungen. So konzentriert man sich auf das Essenzielle.« Antonin Tron

Als einer der acht Finalisten des LVMH Preises 2017, ist Antonin Tron definitiv ein »talent to watch«. Obwohl er mit seiner Marke, Atlein, nicht den Sieg einholte, ist der Franzose mittlerweile fest in der französischen Modeszene etabliert.

 

KARRIERE

Antonin Tron wuchs als ältester von drei Jungs in Paris auf. Nach seinem Schulabschluss beginnt er ein Studium an der »Royal Academy of Arts« in Antwerpen. Die größten Namen der Modeindustrie zieren anschließend seinen Lebenslauf: Er sammelt bei Givenchy, Louis Vuitton, sowie bei Balenciaga Erfahrung. Bei Balenciaga arbeitet er mit Alexander Wang, Nicolas Ghésquière und Demna Gvasalia, den er während seines Studiums schon kennenlernte.

Dries Van Noten und Rick Owens, die beide unabhängig bleiben konnten, sind die größten Vorbilder des Franzosen. Die Diskretion sowie ihre Genauigkeit in ihrer Arbeit faszinieren ihn.

Wenn Sportswear-Elemente auf Weiblichkeit stoßen, März 2016:


©Instagram atleinparis

2016 gewinnt er den heiß begehrten »Prix des Premières Collections« des ANDAM. Dieser beinhaltet auch einen Gewinn von 90.000 €.  Mit dem Preisgeld finanziert er seine erste Show. Die amerikanische Vogue macht mit ihm einen Exklusivvertrag aus, um sich den allerersten über die Marke veröffentlichten Artikel zu sichern.

Tron gehört 2017 zu den acht Finalisten des LVMH Preises, gewinnt den Preis jedoch nicht.


Atlein, Frühjahr 2017, ©Instagram atleinparis

 

INSPIRATION 

Tron hat seine Marke nach einem fiktiven Ort genannt. Der Designer sieht sie wie einen Zufluchtsort, wo jeder Mensch für sich entscheiden kann. Tron arbeitet gerne mit Einschränkungen, weil sie den Modeschöpfer zur Essenz zwingen. Die Konzentration muss konstant erhalten bleiben, um mit einem Minimum an Möglichkeiten, das Bestmögliche zu erschaffen.

Diese Restriktion ließ sich sehr gut in seiner Herbst Winter 2016 Kollektion sehen. Mit einer einzigen Stoffart, Jersey, entwarf er zugleich sportliche, aber auch sensuelle Kleidungsstücke.


Atlein Herbst Winter 2017, ©Stefan Knauer

 

 

INTENTION

Wie Rick Owens und Dries Van Noten will der Designer eine eigene Nische besetzen, und nicht dem breiten Publikum gefallen. In einem Interview sagte er, es gäbe so viele Modelabel, dass das ein oder andere auch nur eine kleine Gruppe ansprechen kann.


Atlein Herbst Winter 2017, ©Stefan Knauer

Qualität ist das A und O seines Designprozesses. Er lässt die Schuhe seiner Kollektionen in Neapel anfertigen, seine Kleidungsstücke werden in Frankreich genäht.

Seine Kleidung spiegelt die Dynamik des Sports wider. Es sind Stücke für eine aktive Frau, die sich bewegt und ihren Körper als Verbündeten sieht.


Atlein Herbst Winter 2017, ©Stefan Knauer


SCHNITTE &

MATERIALIEN

»Fluidität, Komfort, Elastizität« ist sein Motto. Tron lässt sich von den Stoffen führen. Die Technik des Schrägschnittes ermöglicht ihm, mit der Fluidität des Materials zu spielen.


Atlein Herbst Winter 2017: Klassische, funktionale Kleidung mit Twist, ©Stefan Knauer

Diskrete, coole Pieces Machen seine Kollektionen aus. Sportlich angehauchte Schnitte, die von einer A-Linie bishin zu einer hautengen Silhouette reichen. Ein athletischer Look, der sich auch durch Layering auszeichnet.


Atlein Herbst Winter 2017, ©Stefan Knauer

 

Jersey herrscht in seinen Kreationen vor. Der sportliche Touch ist auch in der Stoffwahl nicht zu übersehen.


Zweifarbiges Jersey für ein Kleid, Atlein Herbst Winter 2017, ©Stefan Knauer